Werretal liegt vier Monate hinter dem Zeitplan zurück – Investor sieht Schadenersatzklagen entgegen
Die zukünftigen Bauherrn im ersten Abschnitt des Neubaugebiets Pattensen-Mitte-Nord warten seit Anfang April auf die Erschließung ihrer Grundstücke. Sie werfen dem Investor Werretal vor, diese Verzögerung nicht plausibel begründet zu haben.
von Corinna Korthals
Pattensen. „Es geht nicht darum, dass seit April nichts läuft. Es geht darum, dass Werretal nicht mit offenen Karten spielt.“ Das sagt Rainer Wesemann aus Devese, der eine Doppelhaushälfte bauen will. Seit vier Monaten steht er in den Startlöchern und wartet. Am 1. August sollte der Baubeginn sein. „Wir vermuten, dass es Probleme mit der Tiefbaufirma gibt“, sagt der 48-jährige Familienvater. Dieser Spekulation widerspricht Werretal-Geschäftsführer Udo Helling: Sein Unternehmen habe die Firma Depenbrock aus Bielefeld bereits mit der Erschließung beauftragt. Laut Helling hat die Tiefbaufirma jedoch noch Klärungsbedarf bei der Vertragsauslegung. „Diese Fragen müssen noch ausdiskutiert werden“, sagt Helling. Auf einen genauen Starttermin für die Erschließung will sich der Geschäftsführer nicht festlegen. Werretal warte die Gespräche ab.
Dass der Erschließungsvertrag erst im März und nicht, wie von Werretal vorgesehen, schon im vergangenen Dezember abgeschlossen wurde, führt Helling als Grund für die rund viermonatige Verzögerung an. „Es hat halt länger gedauert, bis die Politiker den Beschluss gefasst haben.“ Diesen Vorwurf kann Bürgermeister Günther Griebe nicht verstehen. Die Erschließung könne erst beginnen, wenn der Bebauungsplan rechtskräftig wird, sagt Griebe, „und das war am 17. Juli“. Zudem könne Werretal dem Rat der Stadt nicht vorschreiben, wie schnell er zu beraten habe. „Die Planungshoheit liegt immer noch bei der Stadt“, sagt Griebe. Zudem sei es ein Unding, dass die Arbeiten noch nicht begonnen haben. „Die Beschlüsse wurden rechtzeitig gefasst.“
Dass die Bauherren den Investor möglicherweise auf Schadenersatz verklagen, schließt Geschäftsführer Helling nicht aus. „Wir müssen dann von Fall zu Fall sehen, was los ist.“